Mittwoch, 25. April 2012

Rote Beete mit geräucherter Forelle



Ja ich weiß, Rote Beete ist nicht sehr beliebt. Aber hat sie nicht eine wunderschöne Farbe?  Warum hat die Natur, die eigentlich nichts verschwendet, eine unscheinbare Knolle in der Erde versteckt und mit einer solch intensiven Farbe ausgestattet? Allein ihre Farbe ist es wert, der Roten Beete noch eine Chance zu geben und die meist aus Kindertagen stammende Abneigung vielleicht zu überwinden. Es gibt Aromen, die sind einfach füreinander bestimmt wie Rosmarin und Lamm, Spargel und Schinken, Tomaten und Basilikum…. Aber auch die ungeliebte Rote Beete hat Seelenverwandte gefunden: Räucherfisch und Ziegenkäse.

Donnerstag, 19. April 2012

Die stilvoll verhüllte Brotbüchse

Gäste aus Japan bedanken sich immer mit einem Gastgeschenk. Dieser liebenswerten Höflichkeit verdanke ich grünen Tee, Taschentücher und andere hübsche Kleinigkeiten. Eines Tages erhielt ich als Dankeschön ein bunt gemustertes viereckiges Tuch. Als Taschentuch war es mit 75 x 75 cm zu groß und als Tischdecke zu klein. Seine Funktion erschloss sich mir nicht auf Anhieb. Erst aus der beiliegenden Anleitung lernte ich: Es ist ein „Furoshiki“ – ein quadratisches Tuch, das traditionell in Japan als Verpackung und Tragebeutel genutzt wird.



Es kann auf verschiedene Arten gefaltet und geknotet werden. Genutzt wird es auch, um den „Bento“ eine Art japanische Lunch Box zu verhüllen und zu transportieren.

Dienstag, 17. April 2012

Parmesan Crème brûlée


Eigentlich bestelle ich im Restaurant nie eine Nachspeise. Nur bei Crème brûlée werde ich manchmal schwach. Neulich habe ich meinen Favoriten auf der Speisekarte unter den Vorspeisen entdeckt - als Parmesan Crème brûlée. Begleitet von einem Tomaten-Basilikum-Salat ist diese salzige Variante eine wunderbare Vorspeise oder kleines Hauptgericht, das ganz einfach nachzukochen ist. Das Wasserbad, in dem die Crème im Ofen garen muss, klingt kompliziert, ist es aber nicht.


Montag, 9. April 2012

Ei-Ravioli zu Ostern


Die Feste im Laufe eines Kalenderjahres sollten mit besonderen Gerichten in Verbindung stehen. Jedes Jahr koche ich zum Osterfest besondere Ravioli, die als Füllung zwischen den Nudelteigplatten jeweils einen ganzen Eidotter enthalten. Diese Ravioli sind schön anzusehen und würdigen das Ei als Lebensmittel - im wahrsten Sinne des Wortes - und damit auch die Symbolik des Osterfestes. Die Zubereitung ist etwas zeitaufwändig. Aber bei einem so verregneten Feiertag fällt es nicht schwer, etwas Zeit in der Küche zu verbringen.



Freitag, 6. April 2012

Hühnerfleisch, Bohnen und Mandelsalat


"What´s lunch got to do with it?" Mit dieser Frage überschreibt Hugh Fearnley-Whittingstall in Anlehnung an den Song von Tina Turner ein Kapitel seines Buches "River Cottage Everyday". Bezogen auf die Qualität eines Arbeitsalltags lautet die Antwort: Viel! Zu oft besteht das Mittagessen im Büro aus Brötchen (meist nicht selbst belegt) oder fettigem Fast Food. Zum Essen selbst bleibt kaum Zeit, dies geschieht nebenbei am Schreibtisch. Am Ende eines langen Arbeitstages fragt man sich dann: Was habe ich heute eigentlich für mich getan? Oft  muss man sich eingestehen, dass es erschreckend wenig war. Eine gute Investition in den kommenden Arbeitsag íst die Vorbereitung einer Lunch Box. Es gibt kaum einen besseren "Return on Investment". Wenn man sich die Zeit genommen hat, wenigstens ein gesundes leckers Essen vorzubereiten, hat man mit Sicherheit schon viel Gutes für Leib und Seele getan. Der Salat mit Hühnerfleisch, grünen Bohnen und Mandeln ist eine Variante von Hugh´s Rezept und ideal für die Lunch Box oder als leichtes Abendessen. Er ist schnell zubereitet und übersteht die Nacht im Kühlschrank ohne Probleme.


Bierocks und Bier


Ein Freund ist auf der Durchreise und besucht uns für einen kurzen Zwischenstopp. Er hat eine lange Reise hinter sich und noch einen weiten Weg vor sich. Bei jedem Hobbykoch löst dieser Umstand einen Fütterungsinstinkt aus. Was könnte ich als kleine Stärkung anbieten? Man sollte es aus der Hand essen und als Wegzehrung mit auf die Reise nehmen können. Fündig wurde ich im Hairy Bikers´ "Big Book of Baking". Auf ihrer Reise durch Deutschland haben sie "Bierocks" entdeckt (bei ihnen Beirocks geschrieben). Es sind kleine mit Weißkohl und Hackfleisch gefüllte Teigtaschen. Obwohl ich mehr oder weniger mein ganzes Leben in diesem Land verbracht habe, sind mir Bierocks noch nie begegnet.  Das will aber nur heißen, dass die Hairy Bikers´ mehr Glück hatten als ich bislang. Ich vermute, dass sie in Bayern das Rezept kennengelernt haben. Überzeugt hat mich auch die Empfehlung ein kaltes Bier und Gewürzgurken zu den Bierocks zu servieren. Auch wenn es ein typisch deutsches Klischee erfüllt - die Kombination ist einfach genial.



Dienstag, 3. April 2012

Pochierte Eier in Rotweinsauce (Oeufs en Meurettes)


Von Eiern in einer Sauce aus Rotwein habe ich zum ersten Mal von meinem Bruder gehört. Er war in einem französischen Lokal, das mit einem Michelin-Stern gekürt wurde und schwärmte von einem weich gekochten Ei, das in zwei Hälften zerschnitten in einer Soße aus Rotwein serviert wurde. Was mich sofort überzeugte, ist die wunderbare Farbkombination: leuchtendes Gelb umrahmt von Weiß auf tiefrotem Grund. Auch die Idee, in einem Sternelokal ein weich gekochtes Ei zu servieren fand ich doch irgendwie originell. Es musste also etwas Besonderes damit auf sich haben, aber die Geschmackskombination konnte ich mir noch nicht so richtig vorstellen. 
Bei unserer ersten Reise ins französische Burgund lernte ich, dass hier ein französischer Klassiker serviert wurde: "Oeufs en Meurettes" oder auch "Oeufs à la Bourguignonne". Seitdem habe ich dieses Gericht viele Male gegessen, sei es in Frankreich oder aus meiner eigenen Küche.


Zieharmonika-Hefebrot mit Tonkabohne


Wie eine Ziehharmonika sieht dieses Hefebrot aus. Neben seinem hübschen Äußeren hat es auch innere Werte. Butter und das Aroma der Tonkabohne zwischen den einzelnenTeigschichten durchziehen das Brot wie ein Parfum. Tonkabohne ist eine ziemlich seltene Zutat, die auch durch Vanille oder Zimt ersetzt werden kann. Diese exotische Bohne (wikipedia.Tonkabohne) hat ein ganz besonderes Aroma, es liegt zwischen Vanille und Marzipan. 
Neben seinem Geschmack bietet dieses süße Brot noch einen weiteren sinnlichen Reiz. Was sonst nicht gern gesehen wird, ist bei diesem Hefebrot ein „muss“: Sich genüsslich mit den Fingern ein schönes Stückchen abzuzupfen. Bereits nach der ersten Scheibe glänzen die Finger von der Butter – richtig lecker! Es wäre geradezu eine Sünde, den zarten luftigen Teig und die goldbraune Kruste mit dem Messer zu malträtieren. Die einzelnen Scheiben sollten mit den Fingern auseinandergezupft werden.